Konrad Baur (35), Traunstein, CSU.
Bei der medizinischen Versorgung in der Region müssen grundsätzlich zwei Ebenen beleuchtet werden. Einerseits werden unsere Kreiskliniken vom Landrat als Aufsichtsratsvorsitzenden mit immensen Investitionen fit für die Zukunft gemacht.
Das große, finanzielle Engagement sichert die hohe Qualität der medizinischen Versorgung in der Spitze, aber auch in der Breite im ländlichen Raum bei uns vor Ort. Es gilt: Die hochwertige medizinische Versorgung für den Landkreis ist gewährleistet und wird stetig verbessert.
Aufgrund eines soliden und stringent verfolgten Wirtschafts- und Investitionsplans stehen die Kreiskliniken im Vergleich zu anderen Kliniken wirtschaftlich und qualitativ hervorragend da. Die Alternative, die Kliniken in die Privatwirtschaft zu schicken, ist für mich undenkbar. Für mich ist klar: Hochwertige medizinische Versorgung im ländlichen Raum muss in kommunaler Hand bleiben!
Auf der anderen Seite stehen gerade viele kommunale Kliniken vor existenzbedrohlichen Herausforderungen. Die Krankenhausreform des Bundesgesundheitsministers wird das Kliniksterben weiter anheizen, wenn nicht dringend geforderte Nachbesserungen umgesetzt werden.
Vom Grundsatz her ist die Umstellung von Fallpauschalen auf Vorhaltepauschalen innerhalb der Krankenhausfinanzierung zwar richtig. Dennoch wird hier vergessen, dass erstens die Kliniken die angekündigte Übergangsphase nicht oder nicht ausreichend ausgeglichen bekommen.
Und zweitens wird auch trotz Inflation und gestiegenen Kosten nicht mehr Geld ins Gesamtsystem vom Gesundheitsminister gesteckt werden.
Diese Situation ist besonders nach drei Pandemiejahren, dessen Auswirkungen wir auch heute noch spüren, eine existenzbedrohliche Herausforderung für viele Kliniken – auch im Landkreis Traunstein.
Mein großer Dank gilt an dieser Stelle allen im medizinischen Sektor Beschäftigten, die die Last dieser (fehlenden) Entscheidungen auf Bundesebene tragen müssen!