Wiedereinführung der Atomkraft der falsche Weg

von Redaktion

Heinz Oesterle (74), Feldkirchen-Westerham, SPD.

Nach Aussage des ARD-Meteorologen Sven Plöger „liegt Hamburg in 20 Jahren klimatisch in Südfrankreich“. Und wie ließe sich unsere Region klimatisch einordnen? Hier im Alpenvorland haben wir ganz andere Niederschlagsmengen als im nördlichen Bayern.

Den fünften Dürresommer hintereinander spüren wir weniger als in anderen Regionen Deutschlands. Allerdings machen die seit Mai wieder zu beobachtenden Wetterextreme auch vor unserer Region nicht halt.

Wasser muss zurückgehalten werden

Wir erleben längere Trockenzeiten, hohe Temperaturen und Starkregen mit Gewitter. Mit der Konsequenz, dass Wasser meist an der Oberfläche abläuft, nicht in die Tiefe dringt und somit Wasser, unser höchstes Gut, knapp wird.

Mit anderen Worten: Wasser muss zurückgehalten werden. Dies umso mehr, da wir nach vorliegenden Modellrechnungen künftig im Sommer trockenere Phasen erleben, in denen die Verdunstungsrate steigt und gleichzeitig die Pflanzen das Wasser für längere Zeit aus dem Boden benötigen.

Und ja, solange wir noch „meilenweit“ vom 1,5-Grad-Ziel der Erderwärmung entfernt sind – momentan befinden wir uns auf dem 2,7-Grad-Pfad – werden die Wetterextreme zunehmen, Tornados vermehrt auftreten, zehnjährige Dürren „gewöhnlich“ werden.

Eigentlich wissen wir alle – und durch die immer neueren Hitzerekorde im Süden Europas täglich vor Augen geführt –, dass der Klimawandel unserer größtmöglichen Aufmerksamkeit bedarf. Wir schimpfen zu Recht auf die Klimakleber und ihre Aktionen, wir verdrängen aber das dahinterliegende Problem. Die Physik lässt sich nicht außer Kraft setzen, die CO2-Reduzierung ist unausweichlich.

Und die Wiedereinführung der Atomkraft ist der falsche Weg. Das Beispiel Frankreich vom Sommer 2022 zeigt, wie lösungsfern die Atomdebatte ist. Frankreich bezog viel Strom aus Deutschland, da ihre Atomkraftwerke wegen Wassermangels nicht gekühlt werden konnten. Intensive Forschung zur Kernfusion ist angesagt, sie zu beherrschen wäre eine Lösung!

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