Martina Thalmayr (53), Bad Aibling, Grüne.
Der Klimawandel wird zwangsläufig eine Häufung von Wetter-Extremen nach sich ziehen, das wissen wir.
In den Städten und Gemeinden müssen wir künftig mit höheren Schäden durch Sturm, Hochwasser und Hitze rechnen. Darum ist eine vorausschauende Stadtentwicklung so wichtig: Flächenfraß stoppen, Schwammstädte entwickeln, Versickerungs- und Rückhalteflächen schaffen, um uns bei Starkregen zu schützen. Wir wollen unsere Städte und Orte begrünen, um uns auch vor Überhitzung zu schützen.
In Bad Aibling habe ich schon vor einigen Jahren mit Kolleginnen ein Hinweispapier für Planer entwickelt, das den Bauherren schon in der Bauleitplanung wichtige klimarelevante Aspekte an die Hand gibt, die in die Planungen der einzelnen Bauvorhaben mit einfließen.
Zum Schutz vor Hochwasser, aber auch, um Regenwasser für Trockenzeiten zu halten, brauchen wir Landschaften, die das Wasser speichern und aufnehmen können. Dazu renaturieren wir Auen und Flusslebensräume, setzen den schon lange geforderten Biotopverbund um, vernässen unsere Moore wieder und bauen Wälder zu klimaresilienten Mischwäldern um.
Im Kampf gegen den Klimawandel spielt der Ausbau der regenerativen Energien eine ganz zentrale Rolle. Wir haben in Bayern leider viel verschlafen. Die Stromnetze sind nicht entsprechend ausgebaut, und Stromtrassen von Nord nach Süd wurden aus politischen Gründen verhindert. Das rächt sich jetzt, vor allem auch für den Wirtschaftsstandort Bayern.
Wir brauchen einen massiven Ausbau der regenerativen Energien aus Sonne und Wind. Wir wollen die Windenergie in Bayern versechsfachen und die Photovoltaik-Leistung vervierfachen. Dabei gilt als Grundregel: So viel Photovoltaik auf die Dächer wie möglich und nur so viel wie nötig in die Flächen.
In erster Linie müssen wir Strom dort erzeugen, wo er benötigt wird. Mit Biomasse und Wasserkraft sichern wir die Grundlast, und mittelfristig wird uns ein intelligenter Speicherausbau, digital vernetzt, unabhängig von fossilen Brennstoffen und damit auch unabhängig von den Despoten dieser Welt machen.