Pendler-Rekord in München

von Redaktion

368 000 Berufstätige fahren täglich in die Stadt – Kabinett diskutiert Verkehr im Norden

München – In Deutschland gibt es immer mehr Pendler. Der Anteil der Beschäftigten, die zum Teil lange Wege zum Arbeitsplatz in Kauf nehmen, ist im vergangenen Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf 59,4 Prozent aller Berufstätigen gestiegen. Das geht aus neuen Zahlen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor. Die meisten Pendler in Deutschland gibt es in München: 368 000 Berufstätige fahren täglich von außerhalb in die Landeshauptstadt. 2015 waren es noch 10 000 Menschen weniger.

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der Einpendler um mehr als 20 Prozent erhöht. Die meisten kommen aus dem Landkreis München (rund 62 200 Menschen) und aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck (35 000). Platz zwei in Deutschland belegt Frankfurt am Main mit 352 000 Pendlern täglich. Zu den Hauptgründen zählen die hohen Miet- und Immobilienpreise in den Städten.

Mit den Folgen der Zunahme beschäftigt sich heute auch das bayerische Kabinett, wo Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) einen Sachstandsbericht über die Planungen für den Münchner Norden vorlegen will. Etliche Straßen sind dort im Bedarfsplan für Bundesfernstraßen mit „vordringlichem Bedarf“ versehen – darunter der sechsspurigen Ausbau am Ende der A 9 zwischen Frankfurter Ring und München-Schwabing oder der achtstreifige Ausbau der A 92 zwischen Kreuz Neufahrn und der Ausfahrt zum Flughafen. Insgesamt belaufen sich die Kosten für den „vordringlichen Bedarf“ auf mehr als 1,1 Milliarden Euro.

Auch der Bahnverkehr ist ein Thema. Weil allein BMW im Forschungszentrum 15 000 weitere Arbeitsplätze schaffen will, wird überlegt, den Güternordring auch für Personennahverkehr nutzbar zu machen. Freistaat und Stadt haben sich bereits auf eine Untersuchung verständigt.  sts/mik

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