München – Die deutsche Autoindustrie liefert sich angesichts drohender Fahrverbote und sinkender Zulassungszahlen neuer Dieselautos eine Rabattschlacht. Der VW-Konzern übertraf seine Konkurrenten am Dienstag mit der Ankündigung, Besitzern alter Dieselautos Preisnachlässe von bis zu 10 000 Euro zu gewähren. Das Angebot richtet sich an alle Fahrer eines beliebigen Diesel-Fahrzeugs der Abgasnormen Euro 1 bis 4, die einen Euro-6-Neuwagen von VW oder der Ingolstädter Tochter Audi kaufen. Ähnliche, aber niedrigere Rabatte und Zuschüsse haben auch Ford, BMW und Daimler angekündigt.
Entscheidet sich ein Kunde für den Rabatt, lässt VW den alten Wagen verschrotten. Damit will Volkswagen nicht nur die Luft säubern – sondern auch verhindern, dass der Verkaufswert gebrauchter Diesel in den Keller rauscht. Die Höhe der Prämie richtet sich nach dem neuen Modell. Bis zu 10 000 Euro können Autokäufer für den Erwerb etwa eines VW-Diesel-Touareg mit der Abgasnorm Euro 6 erhalten, wenn sie den alten Wagen gleich welcher Marke verschrotten. Bei einem Golf sind es 5000 Euro, beim Polo 3000. Die Aktion ist bis Jahresende befristet und mit anderen Aktionen kombinierbar.
Aus der Politik kommt Rückendeckung für den Konzern. „Umweltprämien sind notwendig, damit umweltgerechtere Fahrzeuge an die Stelle von Uralt-Autos kommen“, sagte CSU-Chef Horst Seehofer in München. Er halte das Vorgehen von VW und Audi – BMW plane Ähnliches – „für richtig“. Auch aus der SPD kam Zustimmung. Der Grünen-Verkehrspolitiker Oliver Krischer hingegen klagte, die VW-Prämie „dient wohl eher der Dieselabsatzförderung als dem Umweltschutz“. Es brauche stattdessen mehr Kaufanreize für E-Autos. cd/dpa