Gabriel warnt vor Atomkrieg

von Redaktion

Nordkorea: Trump prahlt mit nuklearem Arsenal – Krise drückt Aktienindex Dax

München – Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat wegen des sich zuspitzenden Konflikts zwischen den USA und Nordkorea vor einem Atomkrieg gewarnt. Die Rhetorik von US-Präsident Donald Trump mache ihm Angst, dass wir „schlafwandlerisch in einen Krieg hineinmarschieren“, der „im Zweifel mit Atomwaffen geführt wird“, sagte er gestern. Zuvor hatte er, wie auch viele Regierungen weltweit, alle Beteiligten zur Mäßigung aufgerufen.

Hintergrund ist die Verschärfung des Tons zwischen Washington und Pjöngjang. US-Präsident Donald Trump twitterte gestern, das nukleare Arsenal seines Landes sei „stärker als je zuvor“. Am Vortag hatte er gedroht, man werde auf weitere Provokationen „mit Feuer, Wut und Macht reagieren, wie die Welt es noch nicht gesehen hat“. Nordkorea konterte, es ziehe einen Angriff auf die US-Insel Guam „ernsthaft in Erwägung“. Auch US-Verteidigungsminister James Mattis wurde deutlich. Er sagte, die Volksrepublik solle „jeden Gedanken an Handlungen aufgeben, die zum Ende ihres Regimes und zur Zerstörung ihres Volkes führen würden.“

Trotz des Säbelrasselns halten Experten das Risiko eines Krieges für gering. Eric Ballbach von der FU Berlin sagte, er sehe keine „unmittelbare Gefahr“. In der „tz“ betonte er, Trumps Drohungen seien „nicht wirklich glaubhaft“. Auch US-Außenminister Rex Tillerson versuchte, die Gemüter zu beruhigen. Er glaube nicht an eine unmittelbare Bedrohung. „Die Amerikaner sollten ruhig schlafen.“ Als Streitschlichter sieht Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) China in der Pflicht. Es sei „das einzige Land, das Einfluss auf Nordkorea hat“. Südkorea und Japan wollen derweil ihre Streitkräfte stärken.

Die Krise wirkte sich auch auf den Aktienmarkt aus. Der Dax sank gestern um 1,12 Prozent auf 12 154 Punkte.

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