Berlin – Mit scharfen Angriffen auf die Chefs der Autokonzerne und einem Schulterschluss im Korea-Konflikt starten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr SPD-Rivale Martin Schulz in die heiße Wahlkampfphase. Merkel verlangte von den großen deutschen Autobauern ein stärkeres Engagement für moderne Antriebstechnologien. Weite Teile der Autobranche hätten „unglaubliches Vertrauen“ verspielt. Die von Schulz geforderte europaweite Quote für Elektroautos bezeichnete die CDU-Vorsitzende jedoch als undurchdacht.
Schulz versuchte, sich im ZDF mit einer teils noch schärferen Wortwahl von Merkel abzugrenzen. „Millionenschwere Manager bei VW, bei Daimler“ hätten die Zukunft „verpennt“, sagte er. „Wegen des kurzfristigen Effekts in ihren Bilanzen haben sie nichts investiert in den Bereichen, wo wir hätten investieren müssen.“ Nun gebe es in der Abgas-Affäre das Problem, dass die Dieselfahrer – hauptsächlich Pendler, kleine Handwerker, Lieferanten – „die Zeche zahlen“ sollten. „Nee, da bin ich entschieden gegen“, sagte Schulz.
In der sich zuspitzenden Krise zwischen den USA und Nordkorea demonstrierte Schulz dagegen Einigkeit mit Merkels diplomatischem Kurs. „Es gibt Situationen, da muss ein Volk zusammenhalten“, sagte der SPD-Kandidat. Er wolle den Konflikt nicht zum Wahlkampfthema machen.