Minijobber für Merkel

von Redaktion

Mitarbeiter im Kanzleramt machen CDU-Wahlkampf

München – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vertraut in ihrem Wahlkampf nur auf ihr engstes Umfeld. Da diese Personen aber nicht in der CDU-Zentrale, sondern im Kanzleramt beschäftigt sind, hat man sich ein ungewöhnliches Konstrukt einfallen lassen. Mehrere Mitarbeiter von Merkel haben mit einer Nebentätigkeitsgenehmigung einen Minijob bei der CDU angenommen. Das berichtete die „Welt am Sonntag“. Zu ihnen gehören die enge Merkel-Vertraute Eva Christiansen, Leiterin der Stabsstelle Politische Planung, Grundsatzfragen und Sonderaufgaben im Kanzleramt, sowie Kanzleramtschef Peter Altmaier, der im Frühjahr die inhaltliche Koordination des Wahlkampfes übernahm. Damals hatte Merkel Generalsekretär Peter Tauber entmachtet.

Seit Wochen gibt es Kritik daran, dass Merkel sich im Wahlkampf vor allem auf Mitarbeiter des Kanzleramtes verlässt. Eigentlich sind Regierungs- und Parteitätigkeit strikt zu trennen. Deshalb geht es bei den CDU-Minijobs auf 450-Euro-Basis auch nicht ums Geld, sondern um die formale Trennung der Parteiarbeit, mit der sich Merkel in der heißen Phase des Wahlkampfs angreifbar machen könnte.

Keinen CDU-Minijob hat laut „Welt“ allerdings Regierungssprecher Stefan Seibert. Er hatte unter anderem die Verhandlungen über das TV-Duell der Kandidaten geführt. SPD-Kandidat Martin Schulz hatte dies anschließend öffentlich kritisiert: „Es verwundert mich, wenn eine Regierungszentrale für eine Partei spricht, und nicht ein Vertreter der CDU“.  mik

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