Berlin – Im Kampf um die Übernahme der insolventen Airberlin wird der Ton rauer. Der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der über seine Gesellschaft Intro GmbH die Fluggesellschaft übernehmen will, erhebt schwere Vorwürfe gegen Airberlin-Chef Thomas Winkelmann: „Herr Winkelmann kam von Lufthansa zu Airberlin und vertritt offensichtlich nach wie vor die Interessen seines früheren Arbeitgebers“, erklärte Wöhrl gestern. „Das verstößt gegen Treu und Glauben gegenüber den Anteilseignern der Airberlin.“ Auch über die Rolle der Bundesregierung ist der Unternehmer, der einst die Fluggesellschaften Deutsche BA und LTU führte, erzürnt: „Es drängt sich der Gedanke auf, dass wir in Deutschland auf dem besten Weg zu einer sozialistischen Planwirtschaft sind, in der nur noch Großbetriebe erwünscht sind.“ Die Bundesregierung hatte mit 150 Millionen Euro für Airberlin gebürgt und sich mehrfach für eine Übernahme von Airberlin durch Lufthansa ausgesprochen.