Bamberg – Die Deutsche Bahn will dem Flugverkehr bei den Berlin-Verbindungen spürbar Marktanteile abnehmen. Nach Eröffnung der Schnellfahrstrecke München-Berlin am 10. Dezember werde der ICE gegenüber dem Flugzeug konkurrenzfähig, erklärte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in Bamberg. Die Bahnstrecke sei eine „echte Kampfansage“ an das Flugzeug. In Bamberg startete gestern die offizielle Premierenfahrt auf der 107 Kilometer langen Neubaustrecke zwischen Bamberg und Erfurt. Sie ist ein Herzstücke der neuen Berlin-Verbindung, Züge können über 300 km/h schnell fahren.
Die Bahn wolle ihren Marktanteil verdoppeln, sagte Dobrindt, und zwar von 20 auf 40 Prozent. Das wäre dann mehr als das Flugzeug. Die Zahl der Reisenden auf der Strecke München-Berlin werde in wenigen Jahren von 1,8 auf 3,6 Millionen wachsen. Die Bahn will künftig bis zu 18 ICE-Züge täglich je Richtung im Hauptstadtverkehr einsetzen. Zum Vergleich: Täglich starten bis zu 30 Flugzeuge von München nach Berlin, es ist die häufigste innerdeutsche Flugverbindung.
Am schnellsten werden drei ICE-Sprinter sein, einer gegen 6 Uhr, einer um 12 Uhr, einer um 18 Uhr, die nach München nur noch in Nürnberg, Erfurt und Halle halten. Sie sollen die Strecke bis Berlin in 3:55 Stunden meistern. ICE-Züge mit mehr Halten, etwa auch in Ingolstadt oder Bamberg, benötigen viereinhalb Stunden. Derzeit sind es mindestens sechs Stunden. Auch andere Städte profitieren, da viele Züge künftig Teilstücke der Schnellfahrstrecke nutzen werden. So gibt es 90 Minuten Zeitersparnis auf der Strecke Stuttgart-Leipzig, eine Stunde kürzer wird es zwischen München und Dresden. Von Nürnberg aus ist der Bahnreisende in 2:50 Stunden in Berlin.
DB-Fernverkehrschef Berthold Huber versprach, die Bahn werde auch Sparpreise ab 29,90 Euro für München-Berlin anbieten, aber nicht zu Zeiten mit starker Nachfrage. Erschwernisse wie eine Reservierungspflicht oder Berlin-Zuschläge soll es nicht geben. dw