Umfragen: Merkel im TV-Duell vorn

von Redaktion

SPD-Chef Schulz verlangt Stopp der Beitritts-Verhandlungen mit der Türkei

Berlin – Beim Fernseh-Duell vor der Bundestagswahl nahmen die Zuschauer SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz als deutlich angriffslustiger wahr, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aber als kompetenter, glaubwürdiger und sympathischer. Das ergab eine telefonische Blitzerhebung des Umfrageinstituts von infratest dimap für die ARD zur Live-Übertragung am Sonntagabend. 44 Prozent der Befragten empfanden Merkel als überzeugender, 32 Prozent Schulz. Auch das ZDF sah Merkel mit 33 zu 24 Prozent Zustimmung vorn.

Hauptthema beim einzigen Aufeinandertreffen der beiden Kandidaten für das Kanzleramt war der Komplex Asyl und Migration. Er nahm über die Hälfte des 95 Minuten langen Austauschs ein, den vier Sender parallel übertrugen. Kaum Zeit blieb für die Themen soziale Gerechtigkeit und Bildung. Schulz drängte Merkel zunächst in die Defensive und warf ihr schwere Fehler am Höhepunkt der Flüchtlingswelle im Herbst 2015 vor. Merkel verteidigte ihre damaligen Entscheidungen. „Es musste entschieden werden“, sagte die CDU-Chefin. Nun müsse es darum gehen, Fluchtursachen in den Herkunftsländern zu bekämpfen.

Martin Schulz sprach sich für einen Stopp der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aus. Hintergrund ist die Verhaftung von Deutschen. „Alle roten Linien sind überschritten“, sagte Schulz. „Dieses Land kann nicht Mitglied der EU werden.“ Im Bezug auf den Nordkorea-Konflikt sagten beide, die Situation müsse mit einer diplomatischen Lösung und nicht mit Krieg entschärft werden. Auch die Rente mit 70 schlossen beide Kandidaten aus.

Schließlich waren auch mögliche Koalitionen nach der Wahl Thema beim Duell. Während Angela Merkel eine Zusammenarbeit mit der AfD und der Linkspartei ausschloss, drückte sich SPD-Kandidat Schulz um eine klare Antwort. Er schloss ein Bündnis mit den Linken jedenfalls nicht aus. Die Reaktionen auf das Duell fielen unterschiedlich aus. Kritikpunkt war vor allem, dass es wenig um Zukunftsthemen ging.

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