Sorge um Software für die Wahl

von Redaktion

Forscher entdecken Sicherheitslücken – Echte Manipulation jedoch kaum möglich

Berlin – Sicherheitsforscher haben gravierende Mängel in einer Software gefunden, mit der in etlichen Kommunen die Wahlergebnisse der Bundestagswahl zusammengetragen und an den Landeswahlleiter übermittelt werden. Nach den Untersuchungen eines Informatikers aus Darmstadt und des Chaos Computer Clubs (CCC) klaffen in dem Programm „PC Wahl“ etliche Sicherheitslücken, wie „Die Zeit“ berichtet. So sei die Übertragung der korrekten Wahldaten aus den Gemeinden an den Wahlleiter weder durch eine Verschlüsselung noch durch eine wirksame Authentifizierung abgesichert gewesen. Der CCC veröffentlichte eine ausführliche Analyse der Wahlsoftware auf der Programmier-Plattform Github.

Ein Sprecher des Bundeswahlleiters sprach von einem „ernsten Problem“, das schon vor Wochen bekannt geworden sei. Der Hersteller habe in der Zwischenzeit etliche Updates der Software nachgeliefert, um Lücken zu schließen. Die Landeswahlleiter seien nun aufgefordert worden, die Übermittlung der korrekten Wahldaten zusätzlich abzusichern. Die Ermittlung des vorläufigen amtlichen Wahlergebnisses sei von den Sicherheitslücken aber nie betroffen gewesen, weil dort andere Übertragungswege gewählt würden.

Eine echte Manipulation der Wahlergebnisse durch eine Analyse-Software wie PC-Wahl gilt in Deutschland unter Experten als einigermaßen unwahrscheinlich. Wenn das Ergebnis eines Wahlkreises oder sogar eines Bundeslandes angezweifelt werde, könnten die Stimmzettel aus Papier neu ausgezählt werden, heißt es.

Bei digitalen Wahlcomputern dagegen, die beispielsweise in den Niederlanden zum Einsatz kommen, haben Fachleute immer wieder auf die Gefahr einer echten Wahlmanipulation hingewiesen.

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