Parteien denken über Jamaika nach

von Redaktion

Debatten über schwarz-gelb-grüne Koalition – Dobrindt: Nicht mit den Neandertalern

München/Berlin – Angesichts der instabilen Umfragewerte für künftige Koalitionen mehren sich Überlegungen für ein schwarz-gelb-grünes Bündnis. Eine Koalition von CDU/CSU, FDP und Grünen („Jamaika“) hätte in allen Umfragen seit Monaten eine stabile Mehrheit, wäre aber ein Novum auf Bundesebene. In Umfragen wünscht sich eine Hälfte der Deutschen eine grüne Regierungsbeteiligung.

Die Spitzen der Parteien haben das nicht ausgeschlossen, lassen aber wenig Begeisterung erkennen. FDP-Chef Christian Lindner und die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt sagten übereinstimmend, ihnen fehle die „Fantasie“ für ein Dreierbündnis mit der Union. Lindner sagte dem „Focus“, er sehe bei Einwanderungs- und Energiepolitik „hohe Hürden“ für eine Zusammenarbeit mit den Grünen. In der Dieselkrise verstünden die Grünen nicht, „dass Subventionen, Quoten und Verbote nicht nur ökonomisch sinnlos sind, sondern auch ökologisch“. Göring-Eckardt klagte im „General-Anzeiger“, die FDP sei gegen Klimaschutz, gegen Abgas-Grenzwerte, gegen den Mindestlohn und gegen die Mietpreisbremse.

Klarer Widerstand gegen ein schwarz-gelb-grünes Bündnis kommt aus der CSU. „Wir wollen Freiheit und nicht Bevormundung oder Umerziehung der Menschen, wie es die Grünen gerne hätten“, sagte Bundesminister Alexander Dobrindt unserer Zeitung. „Ich kenne keine Gemeinsamkeiten mit diesem rhetorischen Neandertaler namens Hofreiter“, sagte er mit Blick auf den Grünen-Fraktionsvorsitzenden. „Folglich spricht auch nichts für eine Zusammenarbeit.“ Die CSU hofft auf ein Bündnis nur mit der FDP.

Lindner nannte als erste Bedingungen für eine mögliche Regierungsbeteiligung seiner FDP Steuerentlastungen und eine Änderung der Energiepolitik. Er schloss für sich aus, das Amt des Außenministers zu übernehmen. Seine Schwerpunkte seien Finanzen, Wirtschaft, Digitales und Bildung. cd

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