Berlin – SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat vier Bedingungen für eine Regierungsbeteiligungen formuliert. Die SPD sei erstens nur zu einer Koalition bereit, wenn künftig Frauen und Männer gerechte Löhne erhielten, es ein Recht auf eine Rückkehr in eine Vollzeitstelle gebe und die „willkürliche Befristung von Arbeitsverträgen“ ende, sagte er am Sonntagabend bei einer Rede in Berlin. Zweitens müssten die Kita-Gebühren endlich fallen. Drittens schloss Schulz die „Rente mit 70“ aus. Viertens versprach er „mehr Zusammenarbeit in Europa“. Diese Vorhaben „sind für mich unverhandelbar“, erklärte er.
Seine vier Kernvorhaben werde eine SPD-Regierung auf jeden Fall anpacken, sagte Schulz zu. Eine konkrete Koalition nannte er nicht, schloss auch keine aus. In Umfragen liegt die SPD derzeit weit hinter der Union, ihre einzige Machtoption ist nach den aktuellen Daten eine Fortsetzung der Großen Koalition als Juniorpartner. Schulz bemühte sich, Zuversicht unter den Wahlkämpfern zu verbreiten. „Wir werden kämpfen.“
Bei einem weiteren Auftritt am Wochenende kündigte er an, die SPD werde sich stärker um die unentschlossenen Wähler kümmern. Er klagte, die Medien gingen zu sanft mit CDU-Kanzlerin Merkel um. cd