Beben stoppt Geothermie-Projekt

von Redaktion

Nach erneutem Erdstoß in Poing: Bayernwerk schaltet Anlage vorübergehend ab

Poing – Nach Erdstößen nahe der Bohrstelle hat das Bayernwerk seine Geothermieanlage in Poing (Landkreis Ebersberg) abgeschaltet. Wie das Unternehmen gestern erklärte, handelt es sich dabei um eine vorübergehende Maßnahme. Grund sei die erhebliche Verunsicherung bei den Anwohnern, die das Erdbeben der Stärke 2,0 vom Samstagabend ausgelöst habe. Das Unternehmen betont jedoch ausdrücklich, dass es bislang keine Belege für einen Zusammenhang zwischen den lokalen Beben und der Geothermieanlage gebe. Die Abschaltung sei auch auf Wunsch der Gemeinde erfolgt, um „besorgten Bürgern etwaige Ängste zu nehmen.“

Anwohner berichteten von einem großen Knall, mit dem sich das Beben am Samstag gegen 19.20 Uhr angekündigt habe. Anschließend hätten mehrere Sekunden lang die Möbel gewackelt. Es ist bereits das dritte Mal innerhalb von weniger als einem Jahr, dass sich in der Gegend die Erde bewegt: Bereits im Dezember 2016 hatten sich binnen weniger Tage zwei leichte, aber spürbare Erdbeben in Poing und der Nachbargemeinde Pliening ereignet.

Der bayerische Erdbebenwarndienst hatte damals auf die räumliche Nähe zwischen dem Epizentrum der Erdstöße und den Bohrlöchern der Geothermie-Anlage hingewiesen. Ein Zusammenhang sei „ein bisschen wahrscheinlich“, heißt es von den Erdbebenforschern heute. Ein Gutachten des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik (LIAG), das die Ursache klären soll, steht noch aus. Es soll nach Auskunft der Aufsichtsbehörde, dem Bergamt Südbayern, in wenigen Wochen vorliegen. Bis dann soll laut Betreiber auch die Poinger Anlage vom Netz bleiben. Die Versorgung des dortigen Fernwärmenetzes übernimmt vorerst ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk. ja/rm

Artikel 6 von 11