Madrid bittet um Entschuldigung

von Redaktion

Zeichen an Opfer der Polizeigewalt – Zentralregierung für Neuwahlen

Madrid/Barcelona – Fünf Tage nach dem von Polizeigewalt überschatteten Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien hat sich erstmals ein Vertreter der Zentralregierung bei den Verletzten entschuldigt. „Es tut mir sehr leid und ich bitte um Entschuldigung“, sagte Enric Millo, der Vertreter der spanischen Regierung in Katalonien, am Freitag mit Blick auf die knapp 900 Verletzten.

Gleichzeitig gab er der Regionalregierung von Carles Puigdemont die Schuld an den Vorfällen, weil diese die Bürger zu den Wahllokalen geschickt habe, obwohl die Abstimmung von der Justiz verboten worden war. In Katalonien waren viele Menschen wütend, weil Ministerpräsident Mariano Rajoy die Gewaltopfer bisher ignorierte.

Derweil hat sich die spanische Regierung für Neuwahlen in Katalonien ausgesprochen. Es müsse der „Bruch“ zwischen Madrid und Barcelona gekittet werden, sagte Regierungssprecher Íñigo Méndez de Vigo am Freitag. Dies könne über Regionalwahlen in Katalonien geschehen. Allerdings erhöht die Regierung auch den wirtschaftlichen Druck auf die nach Unabhängigkeit strebende Region. Vertreter der EU drängen weiter auf einen Dialog.

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