Unruhe in der CSU nimmt zu

von Redaktion

Vor allem der Münchner CSU-Bezirk streitet über Umgang mit Seehofer

München – Die Personaldebatte um Horst Seehofer in der CSU wird schmutziger. Vor allem in der CSU München versuchen Anhänger von Finanzminister Markus Söder, einen personellen Neuanfang zu forcieren. Der „Bild“-Zeitung wurde zugespielt, in einer Sitzung hätten sich acht von neun anwesenden Münchner Kreisvorsitzenden für einen Neuanfang ausgesprochen. Tags darauf stellte sich jedoch heraus, dass mindestens vier Kreisvorsitzende überhaupt nicht anwesend waren.

In der gesamten CSU herrschte deshalb enorme Aufregung. Am Montag tagt der Parteivorstand, für den eine hitzige Aussprache prognostiziert wird. Zuvor hatten sich bereits die Bezirke Oberfranken und Oberpfalz Seehofer-kritisch positioniert. Dass es auch in der Münchner CSU Unmut gibt, ist nicht neu – der Streit reicht bis weit vor die Bundestagswahl zurück. Das Verhältnis der Kabinettsmitglieder Ludwig Spaenle und Georg Eisenreich zu Seehofer gilt als schwer beschädigt. „Der Bezirksvorsitzende wird mir schon sagen, wie die Dinge stehen“, gab sich Seehofer gestern im Landtag betont gelassen. Spaenle selbst ließ Presseanfragen unbeantwortet.

„Das war kein guter Tag für die CSU München“, sagte CSU-Vize-General Markus Blume, ebenfalls Münchner Kreischef, aber nicht zu dem Treffen eingeladen. „Es sind jetzt alle gefordert, den entstandenen Schaden zu minimieren und die notwendige Vertrauensbasis wiederherzustellen.“

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