Schlechte Noten für Grundschüler

von Redaktion

Leistungsabfall von Viertklässlern in Deutsch und Mathe – Bayern trotzdem auf Rang 1

München/Berlin – Deutschlands Viertklässler sind innerhalb der vergangenen fünf Jahre in Mathematik, beim Zuhören und in Rechtschreibung zurückgefallen. Beim Lesen sind die Grundschüler dagegen im vergangenen Jahr auf ähnlichem Niveau geblieben wie 2011. Das geht aus der Studie IQB-Bildungstrends hervor, die die Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin veröffentlichte. Innerhalb des Länder-Vergleichs kam Bayern trotz eines geringfügigen Leistungsabfalls in Mathematik sowie in den Deutsch-Komponenten Rechtschreibung und Zuhören auf Platz 1, in Lesen hinter Sachsen auf Platz 2.

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) nannte die bayerische Spitzenposition „eine große Leistung“, zumal es wenige Schüler gebe, die den Mindeststandard verfehlen. Es sind in Mathe nur 8,3 Prozent – in Bremen demgegenüber 35 Prozent.

Deutschlandweit seien die Ergebnisse aber „ernüchternd“, sagte KMK-Präsidentin Susanne Eisenmann (CDU). „Die Ergebnisse der Studie zeigen einen bundesweiten Handlungsbedarf bei der Förderung in den Kernfächern Deutsch und Mathematik.“ Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sprach von einer „Abwärtsspirale“.

Tatsächlich hat sich der Anteil von Kindern, die in der Kategorie Zuhören mindestens den Regelstandard erreichen, in fünf Ländern deutlich verkleinert. Beim Lesen erreichte jeder achte Viertklässler in Deutschland nicht den Mindeststandard, in Berlin waren es sogar 20 Prozent, in Sachsen nur 7,2 Prozent. Bei Mathe gab es sogar in sechs Ländern Negativtrends. Die Zahl der Schüler, die den Regelstandard in Mathematik erreichen oder übertreffen, ist in Deutschland von 68 auf 62 Prozent gesunken. Als Ursache für den Leistungsabfall führte die KMK auch die höhere Zahl an Zuwandererkindern in Grundschulen an (im Schnitt 37 Prozent, neun Prozent mehr als 2011). dw

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