Auftakt der Digitalisierungs-Offensive

von Redaktion

Server-Panne zum Start des milliardenschweren Projekts „Bayern Digital II“

München – Große Pläne und eine peinliche Panne: Just an dem Tag, an dem Bayerns Ministerrat die Umsetzung des Milliardenpakts zur Digitalisierung begonnen hat, ist in der Staatsverwaltung das Internet zusammengebrochen. Rund 65 000 Mail-Postfächer in hunderten Behörden waren wegen des Netzwerkausfalls am Dienstag über Stunden lahmgelegt. Am Bayern-Server hängen nach Auskunft des für Digitalisierung zuständigen Finanzministeriums alle Behörden mit Ausnahme von Polizei und Justiz.

Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) stellte den „bunten Strauß“ des Masterplans Bayern Digital II vor. An dessen erstem Umsetzungsschritt sind fünf Ministerien beteiligt. Im Bereich Bildung wird laut Huber etwa der Informatikunterricht ausgebaut, das digitale Klassenzimmer an allen Schulen eingeführt und Lehrkräfte geschult. Bei der Sicherheit soll die „digitale Professionalisierung“ der Polizei vorangebracht werden, sodass zum Beispiel Fahndungsfotos und Kartenausschnitte auf Tablets in Streifenwagen überspielt werden können. Zudem soll die Entwicklung eines Polizei-Messenger-Dienstes vorangebracht werden. Bisher würden die Daten noch per Fax ausgetauscht, sagte Huber. Im Gesundheitsbereich wird in einem Pilotprojekt in Nürnberg die elektronische Gesundheitsakte getestet. In dieser sollen Unterlagen von Fachärzten zusammengeführt werden.

2018 sind für das Digitalisierungspaket 219 Millionen Euro und 460 neue Stellen im Nachtragshaushalt eingeplant, das Gesamtvolumen bis 2022 beträgt drei Milliarden Euro.  cd/dor

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