München – Die Insolvenz von Airberlin verhagelt dem Flughafen München die Bilanz. Seit nunmehr sechs Wochen stagniert die Zahl der Flugbewegungen oder geht sogar zurück, ergibt sich aus der Statistik der Deutschen Flugsicherung. Der Effekt werde wohl noch einige Monate anhalten, sagte ein Flughafen-Sprecher.
Lufthansa hat nach der Insolvenz von Airberlin insgesamt 81 Maschinen sowie die Slots übernommen, kann jedoch nicht sofort alle Strecken bedienen. Die EU-Wettbewerbshüter müssen der Übernahme noch zustimmen, für die Prüfung haben sie maximal 115 Arbeitstage Zeit. Dieser Effekt macht sich auch am Flughafen München bemerkbar. Seit Ende September stagniert die Zahl der Flugbewegungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zuletzt gab es in der Woche ab 30. Oktober sogar ein Minus von 3,7 Prozent. Der Verkehrsbericht für Oktober weist ein Minus von 0,4 Prozent aus. Das gab es zuletzt im März 2016. In der Jahresbilanz gibt es momentan ein Plus von 2,8 Prozent. Angestrebt werden indes vier Prozent – die Zahl ist wichtig, weil der Flughafen auf den Bau der dritten Startbahn drängt.
Der Flughafen wollte die Zahlen nicht kommentieren. „Aber sicher ist der Airberlin-Effekt spürbar“, erklärte ein Sprecher. Er rechnet damit, dass bis zum Beginn des Sommerflugplans Ende März 2018 80 Prozent des wegfallenden Airberlin-Verkehrs kompensiert sei. Lufthansa-Chef Carsten Spohr kündigte 1000 zusätzliche innerdeutsche Flüge monatlich an, „sobald wir grünes Licht aus Brüssel haben“. Derzeit gebe es einen Kapazitätsengpass auf gefragten Strecken. dw