Immer mehr Heimerziehung

von Redaktion

Zahl der jenseits der Eltern Aufwachsenden stieg um 20 %

Wiesbaden – Die Zahl junger Menschen in Deutschland, die außerhalb des Elternhauses in Heimen erzogen werden, nimmt weiter zu.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden von gestern leiteten die Jugendämter im vergangenen Jahr für 53 000 Kinder oder Jugendliche eine Erziehung in einem Heim oder in einer anderen betreuten Wohnform ein. Laut Statistikamt bedeutete dies eine Steigerung um 20 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor und um 50 Prozent gegenüber 2014.

Besonders stark fiel der Anstieg gemäß der Statistik in der Altersgruppe der männlichen 16- und 17-Jährigen aus. Hier verdreifachte sich die Zahl der begonnenen Heimerziehungen von 7000 im Jahr 2014 über 14 400 im Jahr 2015 auf 21 600 im vergangenen Jahr. Ein Grund hierfür dürfte, so die Angaben der Statistiker, die in den letzten Jahren hohe Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge gewesen sein.

Das Statistikamt erläuterte zu seinen Zahlen, Kinder, die zu ihrem eigenen Schutz oder aufgrund widriger Umstände nicht mehr in der Familie versorgt werden könnten, hätten gemäß der UN-Kinderrechtskonvention einen Anspruch auf staatlichen Schutz und Beistand. Dazu zähle auch die Sicherstellung ihrer Betreuung in Heimen oder anderen Wohnformen.

Dies gelte gleichermaßen für Flüchtlingskinder, die von der Familie getrennt lebten. Die Statistiker des Bundesamtes legten ihre Zahlen anlässlich des gestrigen Internationalen Tags der Kinderrechte vor.

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