CSU regelt Seehofers Nachfolge Söder vor dem Durchbruch

von Redaktion

Fraktion kürt Spitzenkandidaten für Landtagswahl überraschend schon am Montag

München – In der CSU steht eine schnelle Entscheidung über die Nachfolge von Ministerpräsident Horst Seehofer an. Nach Informationen unserer Zeitung verständigte sich die Spitze der Landtagsfraktion am Abend, in einer Sondersitzung am Montagmorgen den Spitzenkandidaten zur Wahl 2018 zu wählen. Die Abgeordneten favorisieren wohl Finanzminister Markus Söder (50). Allerdings erwägt Innenminister Joachim Herrmann (61) eine Gegenkandidatur.

Das Vorgehen deutet darauf hin, dass Seehofer sein Amt als Ministerpräsident spätestens 2018 abgeben will. Er steht nach der ungünstigen Bundestagswahl parteiintern erheblich unter Druck. Er akzeptiert den Zeitplan der Fraktion offiziell, bestätigte aber nicht eine Festlegung auf Söder.

Mehrere Abgeordnete hatten am Dienstagabend kurzfristig den Druck auf Seehofer erhöht. Sie fürchteten, bei der Personalauswahl übergangen zu werden. Ernst Weidenbusch (München-Land) reichte einen Antrag ein, schnellstmöglich – bereits in der heutigen Sitzung der Landtagsfraktion – in geheimer Wahl einen Spitzenkandidaten zu küren. In einer zweiten Abstimmung sollten die Abgeordneten festlegen, ob Seehofer vorzeitig das Amt an den Spitzenkandidaten abgeben soll. Weidenbusch zeigte sich massiv verärgert über das Taktieren Seehofers vergangene Woche, als er morgens eine Annäherung an Söder sowie die Bereitschaft zum Teilrückzug vermeldet, abends aber wieder alles einkassiert hatte. „Ich habe mich veräppelt gefühlt. Das gehört zu den Dingen, die ich nicht mag“, sagte er unserer Zeitung.

Falls die Abstimmung erst am Montag ist, gibt das Seehofer Zeit, weitere CSU-Personalien zu ordnen. Er will über einen Wechsel in die Bundesregierung nachdenken – in dem Fall könnte er den Parteivorsitz noch behalten.   cd

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