Merkel mahnt Minister Schmidt ab

von Redaktion

Glyphosat-Alleingang „darf sich nicht wiederholen“ – SPD reagiert empört

München – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Agrarminister Christian Schmidt (CSU) für seinen Alleingang bei der EU-Zustimmung zum Unkrautvernichter Glyphosat heftig gerügt. Merkel machte deutlich, dass Schmidts Vorgehen in Brüssel gegen die verabredete Abstimmungspraxis verstieß und sie nicht eingebunden war. Auf Nachfragen, ob eine Entlassung Schmidts nicht fällig wäre, antwortete die Kanzlerin nicht.

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erklärte, sie erwarte nun eine vertrauensbildende Maßnahme. Die Kanzlerin habe nur eine Selbstverständlichkeit ausgesprochen. Die Umweltministerin war gegen eine Verlängerung der Zulassung.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt erklärte gegenüber unserer Zeitungsgruppe, Schmidts Entscheidung sei dramatisch für Landwirtschaft, Artenschutz und Umwelt. „Die Regierung hat offenbar kein Zentrum mehr und jeder macht, was ihm einfällt.“ Auch SPD-Fraktionsmanager Carsten Schneider kritisierte Merkel. „Der Autoritätsverlust der Bundeskanzlerin ist greifbar geworden und beschädigt die vertrauensvolle und reibungslose Zusammenarbeit in der Regierung.“

Derweil teilte der Bayer-Konzern mit, eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung in der EU um fünf Jahre sei zu kurz – besser wären 15 Jahre. Die Sicherheit des Unkrautvernichters sei in bislang rund 3300 Studien wissenschaftlich untersucht worden, befand Bayer.

Artikel 1 von 11