Berlin – Die deutsche Wirtschaft geht mit hohem Tempo ins neunte Wachstumsjahr in Folge. 2017 legte das Bruttoinlandsprodukt um 2,2 Prozent zu, nach 1,9 Prozent im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt bekanntgab. Ein stärkeres Wirtschaftswachstum hatte es zuletzt 2010 (plus 4,1 Prozent) und 2011 (3,7) gegeben – damals musste sich Europas größte Volkswirtschaft allerdings erst wieder aus der tiefen Rezession des globalen Krisenjahres 2009 emporarbeiten. Ökonomen erwarten 2018 eine Fortsetzung des Booms.
„Die deutsche Wirtschaft brummt“, brachte es jüngst ifo-Präsident Clemens Fuest auf den Punkt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sieht den Aufschwung weiterhin „auf einer breiten Basis“. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, trat der Befürchtung entgegen, dass der Wirtschaft allmählich die Puste ausgehen könnte: „Die Kapazitäten in der Industrie sind so ausgelastet wie seit der weltweiten Finanzkrise vor zehn Jahren nicht mehr“, sagte Kempf. „Echte Risiken für eine konjunkturelle Überhitzung sehen wir nicht.“
Getragen wurde der Aufschwung 2017 vor allem von positiven Impulsen aus dem Inland: Die privaten Konsumausgaben stiegen um 2 Prozent – und trugen damit allein 1,4 Punkte zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei. Der Rest entfällt weitgehend auf Investitionen, während die Außenwirtschaft, anders als in früheren Konjunkturzyklen, mit einem Wachstumsbeitrag von 0,2 Punkten keine große Rolle spielte.
Die Kauflaune der Verbraucher hängt zum einen mit der historisch günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt zusammen – zum anderen damit, dass von Lohnerhöhungen angesichts moderater Inflation ein Reallohnplus von 0,6 Prozent in den Geldbeuteln der Arbeitnehmer bleibt.