München – SPD und CSU im Münchner Rathaus haben gemeinsam eine Offensive für den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs angekündigt. Sieben neue U-Bahn- und Tram-Linien für 5,5 Milliarden Euro sollen parallel geplant werden. Welche Trassen in welcher Reihenfolge gebaut werden, soll aus bautechnischen und finanziellen Abwägungen und auf Grundlage des Nutzens für die Passagiere entschieden werden. Diesem Prozedere werden CSU und SPD auch ihre Lieblingsprojekte unterordnen. „Es wird keine politische Entscheidung, sondern davon abhängen, was dem Bürger hilft“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).
Dass der ÖPNV in München über die Maßen belastet ist, wissen die politisch Verantwortlichen. Klar sei, dass Einzelmaßnahmen nicht helfen. Die Frage „Entweder, oder?“ stelle sich nicht mehr, sagte Bürgermeister Josef Schmid (CSU): „München braucht alles.“
Im Laufe des Jahres wird der Stadtrat Beschlüsse fassen und Planungsaufträge vergeben. Der gesamte Ausbau mit den Trassen für die U9 durch die Innenstadt, die U4-Verlängerung nach Englschalking, die Verlängerung der U5 nach Freiham, die U26 von den Stationen Am Hart bis Kieferngarten sowie die Tramlinien West, Nord und die 23 Nord sollen fast 40 Kilometer neue Strecken schaffen. Erste Projekte könnten 2019/2020 planungsfertig sein.
Die Finanzierung ist indes noch nicht gesichert. Die Stadtspitze will nun in Berlin auf Fördergelder drängen. Allein werde München den Ausbau jedenfalls nicht stemmen können. ska