Türkei führt Krieg gegen Kurden

von Redaktion

Armee rückt in Syrien ein – Frankreich fordert Sicherheitsrats-Sitzung

Istanbul/Kairo – Die Türkei hat mit einer groß angelegten Militär-Offensive gegen kurdische Verbände in Syrien international Besorgnis ausgelöst. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim sagte nach übereinstimmenden Medienangaben, die Armee habe am Sonntagmorgen von der Provinz Kilis aus die Grenze nach Syrien überschritten. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu rückten die Soldaten bei der „Operation Olivenzweig“ mit Unterstützung der Freien Syrischen Armee (FSA) auf die kurdische Enklave Afrin im Nordwesten Syriens vor. Frankreich forderte eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats, Russland verlegte seine Truppen, Deutschland warnte vor unkalkulierbaren Risiken.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, der Ort Schengal sei von türkischen Einheiten am Sonntag von der Kurdenmiliz YPG eingenommen worden. Schengal liegt etwa 35 Kilometer nördlich der Stadt Afrin. Die Türkei sieht die YPG als syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die sie im eigenen Land bekämpft. Von ihrer Präsenz an der türkischen Grenze fühlt sich Ankara bedroht.

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