Bayern soll mehr in die Höhe bauen

von Redaktion

CSU gegen Flächenfraß – Mehrgeschosse statt Einfamilienhäuser – Grüne: Reicht nicht

München – In die Diskussion um den großen Flächenverbrauch in Bayern kommt Bewegung. Die CSU reagiert auf ein Grünen-Volksbegehren gegen den sogenannten Flächenfraß und will bei der Neuausweisung von Baugebieten auf dem Land weg vom traditionellen Einfamilienhaus. Stattdessen müsse nach dem Grundsatz „mehr Höhe statt Breite“ vorgegangen und mehrgeschossig gebaut werden, erklärte CSU-Wirtschaftsexperte Erwin Huber.

Der Vorschlag ist in einem „Anreizpaket zum Flächensparen“ enthalten, das die CSU-Fraktion im Landtag zur Abstimmung stellen will. Ziel sei es, „den Bürgermeistern die Augen zu öffnen“, sagte Huber. Die „vorherrschende Denke“ sei immer noch, dass Neubaugebiete auf dem Land mit Einfamilienhäusern zugepflastert werden müssten. Das solle sich ändern. „Wir denken an mehrgeschossige Gebäude mit Eigentumswohnungen, und zwar nicht nur in der Großstadt, sondern auch in mittleren und kleinen Städten.“

In dem Flächenspar-Paket ist außerdem die Forderung enthalten, dass beim Bau von Möbelhäusern und anderen Einzelhandelsgroßprojekten nicht mehr großflächig Parkplätze ringsum geplant werden sollen. Diese müssten in Tiefgaragen oder Parkdecks verschwinden, fordert die CSU. Als Belohnung für „flächenbewusste Kommunen“ ist die Einführung eines staatlichen Gütesiegels geplant.

Einen Zwang zur Umsetzung der Forderungen will die CSU nicht. „Die Investoren im Bereich von Wohnungsbau sowie von Gewerbe und Handel werden aufgefordert, von sich aus bei Projekten eine flächensparende Planung und Realisierung zu berücksichtigen“, heißt es im Antrag. Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann erklärte dazu: „Allein auf Freiwilligkeit zu setzen, hat in der Vergangenheit nichts gebracht.“ Streit gibt es auch über eine feste Zielmarke. Derzeit werden in Bayern bis zu 13 Hektar Fläche pro Tag neu bebaut. Die Grünen wollen höchstens fünf Hektar – im Gegensatz zur CSU. „Wir werden mit Sicherheit keine Obergrenze festlegen“, sagte Huber.  dw

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