München – Die Zahl der Familiennachzüge ist im vergangenen Jahr gestiegen. Das belegen Zahlen des Auswärtigen Amtes, die unserer Zeitung vorliegen. Danach wurden 2017 in deutschen Botschaften und Konsulaten weltweit rund 118 000 Visa zur Familienzusammenführung erteilt – allein 41 000 davon gingen an Syrer, 11 000 an Iraker. 2016 waren es insgesamt 100 000, im Jahr 2015 rund 70 000 Visa.
Allerdings gingen die Visa im vergangenen Jahr nur zu einem Teil an enge Angehörige von Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen: Das Auswärtige Amt spricht von schätzungsweise 54 000. Hinter den übrigen Fällen stecken andere Gründe: Ein Beispiel ist der Ehegatten-Nachzug, bei dem ein Deutscher seine Frau, die keinen deutschen Pass hat, ins Land nachholt.
Mit Blick auf den Flüchtlings-Nachzug verzeichnet auch Bayern eine Steigerung. Wie das Innenministerium auf Anfrage mitteilte, erhielten im vergangenen Jahr rund 3800 syrische und 580 irakische Angehörige hier lebender Asylberechtigter und anerkannter Flüchtlinge eine Aufenthaltserlaubnis. 2016 waren es noch 2200 und 240, im Jahr 2015 zusammen 1050 Fälle.
Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus, zu denen vermehrt auch Syrer gehören, dürfen ihre engen Angehörigen zur Zeit nicht nachholen. Die GroKo-Verhandler hatten sich zuletzt darauf geeinigt, diese Regelung bis Ende Juli zu verlängern und die Nachzüge ab 1. August auf 1000 Menschen pro Monat zu deckeln. Sowohl SPD als auch Union feiern die Einigung als Sieg, was zu neuen Spannungen führt. mmä