Große Koalition ohne Mehrheit

von Redaktion

Umfrage sieht starke Verluste bei Union – Verhandlungen gehen weiter

Berlin – Just zu den finalen Verhandlungen über eine Große Koalition verliert das Bündnis nach einer neuen Meinungsumfrage die Mehrheit in der Bevölkerung. Während Union und SPD um eine Neuauflage des Bündnisses rangen, kamen sie im Insa-Meinungstrend für die „Bild“-Zeitung zusammen nur noch auf 47,5 Prozent. CDU/CSU verloren bei der Sonntagsfrage im Vergleich zur Vorwoche drei Prozentpunkte und fielen auf 30,5 Prozent, die SPD fiel um einen halben Prozentpunkt auf 17. Damit gebe es erstmals seit Erhebung des INSA-Meinungstrends keine Mehrheit mehr für eine Große Koalition. Die Grünen (12,5 Prozent) gewinnen eineinhalb Punkte, AfD (15) und FDP (10) gewinnen je einen Punkt hinzu. Die Linke (11) hält ihren Wert der Vorwoche.

Die Parteien hatten sich gestern auch nach stundenlangen Debatten noch nicht final auf ein Bündnis geeinigt. Sie vertagten sich auf den Dienstag, dann in der CDU-Zentrale. „Der Wille ist da, ich glaube von allen Seiten. Aber die Hürden sind auch noch groß“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Bis zum Schluss hakte es bei einer Strategie zur Vermeidung sachgrundloser Befristungen für Jobs, unter denen viele jüngere, gering qualifizierte oder ausländische Arbeitnehmer leiden.

Weiteres zentrales Konfliktthema blieb die Gesundheitspolitik. Hier sucht die SPD einen Weg aus der „Zwei-Klassen-Medizin“. Dagegen wurde über das Europa-Kapitel und den umstrittenen Passus zur Euro-Rettungspolitik eine endgültige Einigung erzielt.

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