München/Berlin – Die geplante Große Koalition hat tief in ihrem Vertragsentwurf eine massive Finanzreserve für den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke eingeplant. Die Mittel für das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) werden bis 2021 von gut 300 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro pro Jahr aufgestockt und dann jährlich darüber hinaus erhöht. Das klingt abstrakt – ist allerdings genau der Topf, aus dem der Bund unter anderem seinen Milliardenzuschuss für das Münchner Nahverkehrsprojekt geben will.
Der Bau ist seit dem Spatenstich im April 2017 offiziell begonnen. Wegen des kleinen GVFG-Topfes hätte der Freistaat Bayern allerdings große Teile des vom damaligen Verkehrsminister Alexander Dobrindt erheblich erhöhten Bundeszuschusses vorstrecken müssen. Das ist nun wohl nicht mehr nötig. Die Kosten für Bayerns größtes Verkehrsprojekt wurden zuletzt auf vier Milliarden Euro geschätzt. Kritiker fürchten noch weit höhere Ausgaben für den Tunnel unter der Innenstadt. cd