Berlin – In seiner Kritik am scheidenden SPD-Chef Martin Schulz legte Sigmar Gabriel seiner kleinen Tochter einen Spruch in den Mund – nun bereut der Außenminister offenbar die Bemerkung. Der „Tagesspiegel“ berichtete unter Berufung auf Vertraute, Gabriel bedauere es, seine Tochter überhaupt erwähnt zu haben. Der Chefdiplomat habe sich an einem Scherz versuchen wollen, heißt es. Gabriel zitierte seine Tochter mit dem Satz: „Papa, jetzt hast du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht.“ Kritiker in der SPD warfen Gabriel vor, damit in geschmackloser Weise die eigene Tochter vorgeschoben zu haben. Es sei in seiner Umgebung kein Geheimnis, dass ihm dies inzwischen leidtue. Gabriel habe sich sehr über die SPD-Führung geärgert.
Bei der SPD, die in einer neuen Insa-Umfrage nur noch bei 16,5 Prozent liegt, wollen heute Präsidium und Vorstand über das weitere Vorgehen beraten. Fraktionschefin Andrea Nahles könnte dann kommissarisch den Parteivorsitz von Schulz übernehmen. Bislang hatte Schulz angepeilt, sich erst Anfang März nach dem Ergebnis des SPD-Mitgliederentscheids über den Eintritt in eine Koalition zurückzuziehen und an Nahles zu übergeben. Schulz hält sich derzeit aus der Öffentlichkeit fern. Seine Teilnahme am Aschermittwoch in Ludwigsburg sagte er ab.