Hauptbahnhof: Polizei greift durch

von Redaktion

Seit Dezember wurden 740 Platzverweise erteilt – Die Gesamtkriminalität geht zurück

München – Drogen, Alkohol, Bettler, Prostitution – die Polizei verstärkt ihre Kontrollen im Münchner Hauptbahnhofviertel. Im Dezember filzten die Beamten 650 Menschen rund um den Hauptbahnhof, im Januar waren es sogar 1000. Bei den 1650 Kontrollen tauchten immerhin 37 zur Fahndung ausgeschriebene Personen auf. In den meisten Fällen waren Drogendelikte der Grund für die Haftbefehle. 740 Platzverweise wurden in acht Wochen ausgesprochen und im selben Zeitraum 44 Straftaten registriert.

Ein Grund für die schärfere Gangart der Polizei waren Beschwerden von Anwohnern, Geschäftsleuten und Reisenden über die zunehmende Verwahrlosung des Viertels. Die Stadt hatte im Vorjahr auf die Missstände mit einem Alkoholverbot rund um den Hauptbahnhof für die Zeit zwischen 22 und 6 Uhr reagiert. Hauptbahnhof-Chef Heiko Hamann hatte unlängst sogar gefordert, dieses Verbot zu verschärfen, weil das Trinken ja viel früher losgehe. Nach Dafürhalten des Kreisverwaltungsreferats, der zuständigen Sicherheitsbehörde der Stadt, ist jedoch schon seit Erlass des nächtlichen Alkoholverbots rund um den Hauptbahnhof die Gesamtkriminalität zurückgegangen.

Ab 1. Juli 2018 soll überdies im Umgriff des Bahnhofsviertels ein Kommunaler Außendienst auf Streife gehen, wie der Stadtrat beschloss. 100 Personen sind dafür vorgesehen. In den Abend- und Nachtstunden sollen rund 30 Mitarbeiter gleichzeitig in Vierer- und Zweierstreifen unterwegs sein. Die Stadt verspricht sich dadurch eine weitere Verbesserung der Sicherheitslage. Viel zu tun haben auch die Streetworker von der Bahnhofsmission und der Teestube „komm“. „Weil die Obdachlosigkeit wächst, müssen wir immer mehr Menschen beraten“, sagt Christof Lochner, stellvertretender Leiter der Teestube.    kv

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