Alleinsein als Armutsfalle

von Redaktion

32,9 Prozent von Armut bedroht – Zahlen steigen weiter

Berlin – Immer mehr Menschen in Deutschland leben allein – und deutlich mehr Alleinstehende als früher sind von Armut bedroht. Alleinstehende und -erziehende sind auch besonders häufig überschuldet. Zugleich rückt Einsamkeit als gesellschaftliches Problem zunehmend in Oden Fokus: Denn einsame Menschen haben laut Studien ein höheres Risiko, krank zu werden und früher zu sterben.

Von Armut bedroht ist fast jeder dritte Alleinstehende in Deutschland. Nach den jüngsten Zahlen des europäischen Statistikamts Eurostat waren dies 2016 32,9 Prozent der Alleinstehenden. Zehn Jahre zuvor waren lediglich 21,5 Prozent aller Alleinstehenden armutsgefährdet. Seit 2011 lag der Anteil der Armutsgefährdeten bei über 30 Prozent. Die Armutsgefährdungsgrenze lag in Deutschland im Jahr 2016 bei 1063,75 Euro pro Monat, das entspricht 60 Prozent des mittleren Einkommens.

Dabei nahm die Zahl der Alleinstehenden insgesamt deutlich zu: auf 16,43 Millionen alleinstehende Erwachsene ohne Kinder 2016 – mehr als zwei von fünf Haushalten sind mittlerweile Alleinstehenden-Haushalte. Erst 2015 überschritt ihre Zahl die 16-Millionen-Schwelle, 1991 waren es erst rund 11 Millionen. Die Zahl der Alleinerziehenden stieg binnen 20 Jahren zudem um mehr als 300 000 auf über 1,6 Millionen. Der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, sagte, die Betroffenen hätten es sich häufig nicht selbst ausgesucht, alleinstehend zu sein. „Das verpflichtet die Gemeinschaft, diesen Menschen strukturell zu helfen.“  dpa

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