Tafel-Bundeschef kritisiert Kanzlerin

von Redaktion

Ausländer-Aufnahmestopp „Konsequenz der Politik“ – Keine Fälle in Bayern

Berlin – Der Tafel-Bundesverband hat die anfängliche Kritik von Angela Merkel (CDU) am Aufnahmestopp für Ausländer bei der Essener Tafel zurückgewiesen. „Wir lassen uns nicht von der Kanzlerin rügen, denn die aktuelle Entwicklung ist eine Konsequenz ihrer Politik“, sagte der Vorsitzende Jochen Brühl der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er erwarte von einer Kanzlerin, sich vor die Arbeit der Tafeln und die Ehrenamtlichen zu stellen. In der Debatte um die Entscheidung werde zudem ein lokaler Vorgang skandalisiert, was den eigentlichen Skandal verdränge. „Deutschland hat ein enormes Armutsproblem.“

Grund für den Aufnahmestopp war laut der Tafel in Essen unter anderem die hohe Zahl an Ausländern, weswegen sich ältere Menschen und Frauen beim Anstehen unwohl gefühlt hätten.

Reiner Haupka vom Landesverband der Tafeln in Bayern sieht das Vorgehen kritisch. „Man hätte das sicherlich eleganter machen können“, sagte er, beklagte aber auch „null Unterstützung“ von der Politik. „Die Leute sind einfach überlastet.“ Ein Aufnahmestopp sei bei den Tafeln in Bayern nicht geplant.

Artikel 3 von 11