Washington – US-Präsident Donald Trump ersetzt den bisherigen Außenminister Rex Tillerson durch CIA-Chef Mike Pompeo. Als Grund nannte der Präsident unterschiedliche politische Ansichten. Auch der ranghöchste Mitarbeiter des State Department und Tillerson-Vertraute Steve Goldstein muss gehen: Der Staatssekretär hatte sich zuvor gegenüber Journalisten kritisch über Tillersons Entlassung geäußert. Der personelle Wechsel erfolgt inmitten der wichtigen Vorbereitungen auf das Treffen zwischen Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.
Trump erklärte, er sei mit Tillerson seit „einiger Zeit“ im Gespräch über dessen Zukunft. „Wir hatten unterschiedliche Ansichten“, sagte er und nannte das Atomabkommen mit dem Iran als Beispiel. Er wolle aus dem Deal aussteigen oder ihn ändern, Tillerson sei anderer Meinung. Pompeo und er hätten dagegen eine sehr ähnliche Denkweise. Im vergangenen Oktober berichtete der Sender NBC News, Tillerson habe Trump als „Trottel“ bezeichnet. Der Minister dementierte das nie direkt und wich Fragen stets aus.
Mit Pompeo setzt Trump auf einen ihm loyalen Mann. Der 54-Jährige gilt als stramm konservativ und liegt ganz auf Trumps Linie, was den Iran und Nordkorea angeht. Neue Chefin der CIA soll Gina Haspel (61) werden, die bisherige Vizedirektorin des Auslandsgeheimdienstes. Der Senat muss beide Personalien bestätigen.
Tillerson kündigte indes an, sich „ins Privatleben“ zurückzuziehen. Noch am Dienstag wollte er die Amtsgeschäfte an seinen Stellvertreter John Sullivan übergeben und bis zu seinem endgültigen Ausscheiden Ende März mit Pompeo zusammenarbeiten.
FDP-Chef Christian Lindner forderte Kanzlerin Merkel auf, das Gespräch mit Trump zu suchen. Zwar sei Tillersons Entlassung ein „erneutes Zeichen der Sprunghaftigkeit“. Trump sei aber „ein Dealmaker. Ich glaube, dass man von Angesicht zu Angesicht etwas erreichen kann“, so Lindner.