München – Das Münchner Amtsgericht hat ein spektakuläres Urteil gegen einen Fan des TSV 1860 gesprochen. Lukas B. (25) bekam eine Bewährungsstrafe über ein Jahr und zehn Monate wegen besonders schweren Landfriedensbruchs. Beim Relegationsspiel gegen Jahn Regensburg am 30. Mai 2017 hatte er als Rädelsführer der heftigen Ausschreitungen gegolten und muss deshalb laut Urteil nun auch für die Kosten der Randale aufkommen.
Etwa 20 000 Euro muss der Kaminkehrer zahlen, weil zwei Ballfang-Netze in der Allianz Arena zerstört und 80 Sitze herausgerissen wurden. Lukas B. hatte die Randalierer angestiftet. Er legte ein Geständnis ab.
Selten zuvor ist ein gewalttätiger Fan so hart von einem Gericht bestraft worden. Neu ist auch, dass Einzelne für kollektive Ausschreitungen zur Verantwortung gezogen werden. Mithilfe von Videoaufnahmen aus dem Stadion hatte die Staatsanwaltschaft Lukas B. sowie zwei weitere Randalierer überführt, B. sei durch seine „besondere Brutalität hervorgestochen“. Das Gericht belegte ihn auch mit einem dreijährigen Stadionverbot, das bundesweit gilt. Da er das Urteil akzeptierte, ist es rechtskräftig. thi