München/Berlin – Die Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) will Schulen technisch besser ausstatten. Jeder Schüler solle in Zukunft ein Tablet im Unterricht benutzen. „Die Kinder tragen viel zu schwere Schulranzen mit zum Teil veralteten Schulbüchern“, sagte Bär der „Bild am Sonntag“. „Schüler brauchen heute vor allem drei Dinge: ein Tablet, ihre Sportsachen und das Schulbrot.“
Bislang hinken Schulen in Deutschland bei der Digitalisierung hinterher, oftmals fehlt es an der technischen Infrastruktur. Laut Bär gibt es in der Bundesrepublik insgesamt Nachholbedarf. So liegt Deutschland etwa bei der digitalen Verwaltung im EU-Vergleich auf Platz 20 von 28. „Wir waren nicht ehrgeizig genug. Aber das ändert sich jetzt“, sagte Bär.
Laut der Staatsministerin könne bereits Kleinkindern Zugang zur digitalen Welt gewährt werden. „Es gibt für Kinder tolle Lern-Apps mit schönen Illustrationen oder Tierstimmen. Wenn ein zweijähriges Kind sich so etwas fünf Minuten anschaut, ist das kein Problem.“
Bayerns Kultusminister Bernd Sibler (CSU) will die Digitalisierung an Schulen voranbringen. „Dabei ist mir wichtig, dass die Technik der Pädagogik dient“, sagte er unserer Zeitung. In einem ersten Schritt stünden 160 Millionen Euro aus dem Paket „Bayern Digital 2“ für die IT-Ausstattung zur Verfügung. Zudem würden Lehrer geschult. Wichtig sei, dass sich die Schüler „auch mit der Medienwirkung auseinandersetzen“, sagte Sibler.
Die SPD begrüßt die Umsetzung, diese erfolge aber zu spät. „Am Abend werden die Faulen fleißig“, sagte Fraktionschef Markus Rinderspacher über die CSU. Seine Fraktion fordere seit Jahren vernetzte Schulhäuser, interaktive Tafeln, IT-Fachstellen und Geräte für Schüler. „Das Tablet soll das Schulheft nicht ersetzen, sondern ergänzen“, so Rinderspacher. dor/cd