Essen – Die Tafel in Essen hat ihren umstrittenen Aufnahme-Stopp für Ausländer nach knapp drei Monaten aufgehoben. Der Vorstand beschloss, dass Berechtigungskarten für die Lebensmittelausgabe wieder unabhängig von der Nationalität vergeben werden, sagte der Vereinsvorsitzende Jörg Sartor. Sollte es erneut zu Kapazitätsengpässen kommen, sollen künftig Alleinerziehende, Familien mit Kindern sowie Senioren bevorzugt aufgenommen werden – und zwar unabhängig von der Nationalität.
Die politischen Reaktionen waren überwiegend positiv. „Der Beschluss ist eine gute Nachricht“, sagte der nordrhein-westfälische Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Wir sollten den vielen Ehrenamtlichen in unserem Land vertrauen, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen.“ Die Linke in NRW sprach von einem „erfreulichen Lerneffekt“.
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Kai Gehring lobte, dass die Tafel „Lebensmittel wieder entlang der Bedürftigkeit ausgeben will und nicht mehr nach Pass oder Herkunft“. AfD-Fraktionschefin Alice Weidel forderte dagegen generell einen „Aufnahmestopp von Zuwanderern“. mm