München – Die Bahn will mit Investitionen gegen Zugverspätungen und Pannen vorgehen. Beim S-Bahn-Gipfel unserer Zeitung am Donnerstagabend kündigte das bayerische Verkehrsministerium an, das störanfällige Stellwerk München-Ost solle ersetzt werden.
Verbesserungen sind ab dem Jahr 2020 auch für die Fahrgäste der S7 angekündigt. Länger warten müssen Fahrgäste der S4 Richtung Fürstenfeldbruck im Westen. Erstmals aber bestätigte die Bahn eine „Vorplanung“ zum Bau eines dritten Gleises. Dieses soll aber erst 2030 gebaut werden. Auch bei der S1-Strecke Richtung Freising räumten Vertreter des Verkehrsministeriums Defizite ein. Ein Vorentwurf zum Bau weiterer Gleise parallel zur Deggendorfer Autobahn sei aber von Anrainern abgelehnt worden. S-Bahn-Chef Heiko Büttner kündigte zudem WLAN in der S-Bahn an. Zunächst soll aber nur ein Zug testweise damit ausgestattet werden.
Das Stellwerk am Ostbahnhof ist 45 Jahre alt und besteht aus Relais, eine veraltete Technik. Es soll durch ein Elektronisches Stellwerk (ESTW) ersetzt werden. „Möglich wäre, ein ESTW in den nächsten drei bis fünf Jahren aufzubauen“, erklärte die Bahn am Freitag. Das kostet mindestens 150 Millionen Euro.
Zur S7 hatten mehrere Redner wie Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland Defizite kritisiert, darunter zu kurze Bahnsteige und Eingleisigkeit sowohl Richtung Wolfratshausen als auch Richtung Kreuzstraße. „Minus mal minus ergibt hier leider nicht plus“, sagte Heyland. Weil eine S-Bahn auf die andere warten müsse, schaukelten sich Verspätungen auf. Die Bahn will 2020 „überschlagende Wenden“ einführen. Das heißt, ein Ersatzzug wartet am Endbahnhof und fährt sofort los, sobald die S-Bahn an der Endstation eintrifft. Möglich ist das 2020, wenn alte Olympia-S-Bahnen einsatzbereit sind.