München – Bayern will vorerst 30 Millionen Euro in ein neues Förderprogramm für Gasthäuser im ländlichen Raum stecken. „Wir starten eine Tourismus-Offensive und wollen kleine Gaststätten, Pensionen und Hotels stärken“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Rande einer Branchenveranstaltung in München.
20 Millionen Euro sollen in die Unterstützung von Modernisierungen fließen, 10 Millionen in den barrierefreien Umbau. Bisherige Förderprogramme halfen dem kleinteiligen privaten Gastgewerbe im ländlichen Raum zu wenig. In den letzten 20 Jahren schlossen etwa 3000 Wirtshäuser in Bayern.
„Die Ansprüche der Gäste wachsen. Ich will einen Modernisierungsschub statt Investitionsstau“, sagte Wirtschaftsminister Franz Pschierer (CSU) unserer Zeitung. Es gehe auch um die wichtige gesellschaftliche Funktion der Gaststätten. „Deshalb wollen wir sie in die Lage versetzen zu investieren – in ihre Räumlichkeiten, modernste Küchen und Zimmer. Nur wer investiert, bleibt wettbewerbsfähig, das gilt auch in der Gastronomie.“
Die Staatsregierung plant zudem eine Beratungskampagne für Wirte, will Betriebsprüfungen besser koordinieren und für Bürokratieabbau auf Bundes- und Europaebene eintreten. In Regulierungen, „die wirklich nerven“, liege das größte Problem für viele Wirte, sagte Söder. Er nannte dabei die bisherigen Arbeitszeitregeln. Das war auch ein Kritikpunkt bei einer Wirtedemo am Montag in München. Die maximale Arbeitszeit der Mitarbeiter beträgt derzeit zehn Stunden pro Tag. Zu unflexibel in einer Branche, wo bei Veranstaltungen wie etwa Hochzeiten das Arbeitsende nicht immer absehbar ist, warnt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und fordert, auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umzustellen. Söder will Bayerns Wirtshauskultur zudem für das „Bundesverzeichnis Immaterielles Kulturerbe“ vorschlagen. cd/jv