Immer weniger Supermärkte im Freistaat

von Redaktion

Mehr als 600 Gemeinden inzwischen ohne Lebensmittelhändler vor Ort

München – Die Zahl der Lebensmittelgeschäfte in Bayern ist in den vergangenen zehn Jahren stark zurückgegangen. Inzwischen müssen mehr als 600 Städte und Gemeinden auf eine wohnortnahe Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs verzichten – also fast jede dritte Kommune. Das geht aus Zahlen des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der SPD hervor.

Insgesamt gab es bei der Erhebung 2016 im Freistaat 6528 Läden, 914 weniger als zehn Jahre zuvor. Das entspricht einem Rückgang um zwölf Prozent. „Eine Stadt oder Gemeinde, der die Nahversorgung wegbricht, wird eines großen Teils ihrer Zukunftschancen beraubt“, warnt der SPD-Abgeordnete Klaus Adelt. Die ältere Bevölkerung sei darauf angewiesen, sich wohnortnah versorgen zu können. Jüngere zögen gar nicht erst in einen Ort, dem grundlegende Einrichtungen wie ein Supermarkt fehlten.

Regional fällt die Entwicklung unterschiedlich aus. Zwar ist auch in einer Großstadt wie München der Rückgang deutlich zu spüren – seit 2006 fielen hier 79 Läden weg. Insgesamt kommt Oberbayern mit einem Minus von neun Prozent aber vergleichsweise glimpflich davon. In Oberfranken und Niederbayern gibt es 19 % weniger Läden.

Wirtschaftsminister Franz Pschierer schränkt in seiner Antwort allerdings ein, dass die bloße Statistik nicht immer etwas über die Versorgung aussage. Für die Nahversorgung der Bevölkerung sei die Erreichbarkeit und der Angebotsumfang der Lebensmitteleinzelhändler wichtiger als die Frage, auf welchem Gemeindegebiet der Betrieb stehe.  mik

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