Iran-Streit: So trifft es Bayern

von Redaktion

Metallindustrie und Maschinenbau erwarten Rückschlag – Airbus bangt um Auftrag

München – Die Entscheidung Donald Trumps, die Sanktionen gegen den Iran wiederzubeleben, könnte auch bayerische Unternehmen hart treffen. Der Handel zwischen dem Freistaat und dem Iran ist überschaubar, viele Unternehmen setzten aber nach der Lockerung der Sanktionen im Zuge des Atomabkommens 2015 große Hoffnung auf eine Intensivierung. „Langsam war der wirtschaftliche Motor mit dem Iran zum Laufen gekommen. Nun ist dieser Aufschwung in Gefahr“, sagt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw).

Laut dem bayerischen Arbeitgeberverband lag das bayerische Exportvolumen in den Iran 2017 bei 356 Millionen Euro – eine Steigerung von gut 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Die Verunsicherung wird die Zuwachsraten der Handelszahlen wie im letzten Jahr nicht mehr ermöglichen“, so Brossardt. Besonders betroffen seien Bayerns Metall- und Elektroindustrie, der Maschinenbau sowie die chemische Industrie. Der Flugzeughersteller Airbus kann voraussichtlich knapp 100 Flugzeuge nicht in den Iran ausliefern. Auch das treffe mittelbar bayerische Zulieferer.

US-Präsident Donald Trump hatte den Rückzug der USA aus dem Atomabkommen und die Wiedereinführung von Sanktionen angekündigt. Der neue US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, forderte deutsche Firmen auf, Geschäfte mit dem Iran „sofort“ herunterzufahren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel machte Trump indes schwere Vorwürfe. Die einseitige Aufkündigung des Abkommens sei „nicht richtig“, sagte sie auf dem Katholikentag in Münster. „Das verletzt das Vertrauen in die internationale Ordnung.“ Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey sieht auch die Mehrheit der Deutschen Trumps Entscheidung kritisch. 80,3 Prozent sprachen sich für das Abkommen aus.

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