Weniger Asylbewerber anerkannt

von Redaktion

Seehofer verbietet Bremer Bamf-Stelle vorerst weitere Entscheidungen

Berlin – Die Anerkennungsquote von Asylbewerbern ist im laufenden Jahr stark gesunken. Nur noch bei einem von drei Schutzsuchenden komme das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) zu dem Ergebnis, dass es sich tatsächlich um einen Schutzberechtigten handle, berichtete die „Welt“ unter Berufung auf die Behörde. Zwischen Januar und Ende April hätten nur 32,5 Prozent der in diesem Zeitraum knapp 93 400 getroffenen Entscheidungen mit der Vergabe eines Schutztitels geendet. 2017 endeten demnach noch deutlich mehr positiv, nämlich 43,4 Prozent. Im Rekordjahr 2016 lag die Anerkennungsquote bei 696 000 Asylentscheidungen (62,4 Prozent).

In der seit Tagen schwelenden Affäre um das Bamf hat Innenminister Horst Seehofer (CSU) unterdessen der Bremer Außenstelle weitere Asylentscheide vorerst komplett verboten. „Das Vertrauen in die Qualität der Asylverfahren und die Integrität des Ankunftszentrums Bremen ist massiv geschädigt worden“, sagte Seehofer gestern in Berlin. In Bremen sollen zwischen 2013 und 2016 Mitarbeiter mindestens 1200 Menschen ohne ausreichende Grundlage Asyl gewährt haben.

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