MH17: Druck auf Russland steigt

von Redaktion

Niederlande und Australien machen Moskau für Flugzeug-Abschuss verantwortlich

Den Haag/Moskau – Knapp vier Jahre nach dem Abschuss von Passagierflug MH17 über der Ostukraine haben die Niederlande und Australien Russland offiziell dafür verantwortlich gemacht. Moskau sei rechtlich haftbar, teilte die niederländische Regierung mit. Die Beteiligung Russlands an dem Abschuss sei erwiesen, betonte Australiens Außenministerin Julie Bishop in Canberra. Russland wies die Vorwürfe zurück. Bei dem Abschuss der Maschine am 17. Juli 2014 starben 298 Menschen.

Der niederländische Premier Mark Rutte mahnte Präsident Wladimir Putin dringend zur Kooperation mit den Ermittlern. „Wir wollen, dass Russland vollständig bei der Untersuchung und der strafrechtlichen Verfolgung mitarbeitet.“ Russland sei seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen und habe entscheidende Informationen zur Aufklärung nicht weitergegeben.

Der UN-Sicherheitsrat wird sich nach den Worten Ruttes am Dienstag mit dem Fall befassen. Für die Niederlande und Australien stehe nun fest, dass „Russland verantwortlich ist für den Einsatz des Buk-Systems, mit dem Flug MH17 abgeschossen wurde“, hieß es in der gemeinsamen Erklärung. Auch EU, Nato und die Bundesregierung riefen Moskau zur Aufklärung auf.

Das Recherchenetzwerk Bellingcat identifizierte nach eigenen Angaben einen hohen russischen Offizier als einen der mutmaßlichen Hauptverantwortlichen für den Abschuss.

Bereist am Donnerstag hatten internationale Ermittler Beweise vorgelegt, wonach die in Amsterdam gestartete Malaysia-Airlines-Maschine mit einer Buk-Rakete der 53. Brigade der russischen Armee abgeschossen worden sei. Alle 298 Personen an Bord waren dabei umgekommen. Neu an den Ermittlungsergebnissen ist, dass das Ermittlerteam aufwendig den Weg der Rakete vom russischen Kursk bis zur ukrainischen Grenze rekonstruierte und dabei Fotos und Videos nutzte. Demnach verließen 50 Fahrzeuge unter anderem mit sechs Systemen von Raketen vom Typ Buk-Telar am 23. Juni 2014 den Militärstützpunkt Kursk. Von dem beweglichen Raketensystem, mit dem MH17 abgeschossen wurde, existieren zudem mehrere Filmaufnahmen, die vom 17. und 18. Juli 2014 stammen.

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