USA verhängen Strafzölle gegen EU

von Redaktion

Ab heute: Aufschläge für Stahl und Aluminium – Juncker kündigt Gegenmaßnahmen an

Washington/Berlin – Die USA werden ab heute Strafzölle auf Importe von Stahl und Aluminium aus der EU erheben. Dies teilte US-Handelsminister Wilbur Ross gestern in Washington mit – kurz vor Ablauf einer Frist, die Präsident Donald Trump für Verhandlungen mit der Europäischen Union über die Handelsstreitigkeiten gesetzt hatte.

Diese Gespräche hätten nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis geführt, sagte Ross. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte kurz vor der Bekanntgabe aus Washington angekündigt, die EU werde „klug, entschieden und gemeinsam“ antworten. Sie sei sich mit den Partnern in der Europäischen Union einig, dass diese Zölle nicht vereinbar seien mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO), sagte die Kanzlerin.

„Das ist ein schlechter Tag für den Welthandel“, kommentierte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die US- Entscheidung. Die EU werde Gegenmaßnahmen ergreifen. Brüssel hat Gegenzölle auf US-Produkte im Wert von fast drei Milliarden Euro vorbereitet. Diese könnten etwa Whiskey, Jeans und Motorräder aus den USA treffen.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag fordert eine geschlossene Reaktion der Europäer. „Jetzt gilt es, den Schaden in Grenzen zu halten – und europäische Geschlossenheit zu zeigen. Im Zweifel sind Gegenmaßnahmen nötig, um die EU-Position zu stärken“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. „Sonst besteht die Gefahr, dass Zugeständnisse unsererseits zu immer neuen Zumutungen aus den USA führen – zum Schaden unserer Wirtschaft.“

Trump hatte die Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium bereits im März verhängt. Er nahm die EU jedoch vorläufig davon aus, um Raum für die Verhandlungen zu geben.

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