München – Die CSU plant ihren Landtagswahlkampf erstmals völlig ohne Auftritte von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Man wolle Buhrufe und Pfiffe wie im Bundestagswahlkampf 2017 vermeiden, auch Merkel selbst werde daran kein Interesse haben, heißt es übereinstimmend aus der CSU-Führung.
Merkel soll nach derzeitigem Planungsstand weder zum ganztägigen Wahlkampfauftakt am 15. September im Münchner Postpalast noch zur Abschlusskundgebung am 12. Oktober in München eingeladen werden. Sie ist auch nicht Teil der Plakatkampagnen. Dem Vernehmen nach ist das auch die Linie des Spitzenkandidaten Markus Söder, die er intern mehrfach äußerte. Hintergrund sind die Differenzen in der Flüchtlingspolitik, die immer wieder zutage treten. Zu politischen Gesprächen soll Merkel noch mehrfach nach München kommen, Wahlkampftermine mit ihr sind derzeit aber in keinem CSU-Verband vorgesehen. Es gebe an der Basis doch größere Vorbehalte gegen die Bundeskanzlerin als erhofft, heißt es. Offiziell wollte die CSU das nicht bestätigen. „Wir sind noch in den Planungen, es ist nichts entschieden“, sagte Generalsekretär Markus Blume.
Als entscheidend für das künftige Klima in der Union gilt in der CSU auch die Frage, wie die CDU auf den Asyl-Masterplan reagiert, den Bundesinnenminister Horst Seehofer am Dienstag in Berlin erstmals öffentlich vorstellen will. Er sieht nach letztem Stand unter anderem Zurückweisungen an der Grenze vor – Merkel hat sich dazu bisher nicht geäußert. Nach Medienberichten will sie am Wochenende mit Seehofer über die Details des Masterplans sprechen. Seehofer warb gestern bei der Innenministerkonferenz in Sachsen-Anhalt zudem für sein umstrittenes Konzept der Asyl-Ankerzentren. cd