Berlin – Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat die Impfung gegen krebsauslösende humane Papillomviren (HPV) für alle Buben im Alter von neun bis 14 Jahren empfohlen, zudem eine Nachholimpfung bis zum Alter von 17 Jahren. Bisher haben die Krankenkassen die HPV-Impfung nur für Mädchen erstattet, demnächst dürften sie auch die neuen Impfkosten übernehmen.
Die Viren, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, können bei Buben Penis-, Anal- oder Mund-Rachen-Krebs auslösen. Bei Mädchen schützt die Immunisierung vor Infektionen, die Krebs des Gebärmutterhalses verursachen können. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) erkranken bundesweit jährlich etwa 6250 Frauen und 1600 Männer durch HPV an Krebs. Geimpfte junge Männer schützen nicht nur ihre Partnerinnen, sondern sich selbst oder gleichgeschlechtliche Partner.
Der Medizin-Nobelpreisträger Harald zur Hausen, Wegbereiter der HPV-Impfung, fordert schon seit Jahren, auch Buben zu impfen. „Es gibt eine ganze Reihe an zwingenden Gründen dafür, auch Jungs zu impfen“, wird er in der „Ärzte Zeitung“ zitiert: „Das offensichtlichste Argument ist, dass in nahezu allen Kulturen junge Männer mehr Sexualpartner haben als Frauen der gleichen Altersgruppe. Damit sind Männer die wichtigsten Verbreiter der Infektion.“
Erst kürzlich ergab eine umfassende Daten-Auswertung, dass die HPV-Impfung junge Frauen vor Krebsvorstufen schützt. Zudem fanden sich auch keine Hinweise dafür, dass sie schwere Nebenwirkungen hat. mm