Weg frei für Kampfdrohnen

von Redaktion

Bundestag beschließt umstrittenes Rüstungsprojekt

Berlin – Union und SPD haben nach jahrelangen Auseinandersetzungen im Bundestag den Weg frei gemacht für die Beschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr. Die Abgeordneten des Haushaltsausschusses beschlossen am Mittwoch die Anmietung israelischer Kampfdrohnen des Typs „Heron TP“ für fast eine Milliarde Euro. Damit erhält die Luftwaffe erstmals unbemannte Flugzeuge, die auch Waffen tragen können. Über die Bewaffnung selbst soll nach Verabredung im Koalitionsvertrag erst „nach ausführlicher völkerrechtlicher, verfassungsrechtlicher und ethischer Würdigung“ gesondert entschieden werden.

„Das ist ein wichtiges Signal des Bundestages an seine Parlamentsarmee“, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach der Sitzung. Die „Heron TP“ habe eine bessere Auflösung und könne weiter fliegen, daher trage sie zu einem besseren Schutz der Soldaten bei.

Über die Anschaffung von Kampfdrohnen wird kontrovers diskutiert. Die Luftwaffe fordert seit vielen Jahren Kampfdrohnen zum Schutz der eigenen Soldaten in den Einsatzgebieten. Kritiker meinen dagegen, die ferngesteuerten Flugzeuge senkten die Hemmschwelle zum Waffeneinsatz.

Aufklärungsdrohnen setzt die Bundeswehr seit Jahren ein, derzeit in Mali und Afghanistan. Sie sind zu klein, um sie mit Waffen aufzurüsten. Von der Leyen hatte sich Anfang 2016 daher entschieden, die „Heron TP“ des israelischen Herstellers IAI zu beschaffen. Sie ist 14 Meter lang, hat eine Spannweite von 26 Metern, eine größere Reichweite und kann mit Raketen bewaffnet werden.

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