Berlin – Offenbar schwächt der Asylstreit die Union. Im Insa-Meinungstrend für „Bild“ büßen CDU und CSU zwei Prozentpunkte ein und kommen nur noch auf 29 Prozent (SPD 19, Linke 12, Grüne 11, FDP 8 Prozent). Sollte aber die CSU bundesweit antreten und die CDU auch in Bayern, kämen beide Unionsparteien zusammen auf 40 Prozent der Stimmen: die CDU auf 22 Prozent, die CSU auf 18. Die AfD, die aktuell bei 16 Prozent liegt, würde in diesem hypothetischen Szenario auf 11 Prozent abrutschen (SPD 17, Linke 12, Grüne 10, FDP 6 Prozent).
Die unionsinterne Debatte geht unterdessen weiter. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kündigte entschlossenes Handeln der CSU an – notfalls gegen den Willen von Kanzlerin Angela Merkel: „Wir glauben nicht daran, dass innerhalb von zwei Wochen europäische Lösungen zustande kommen – das hat drei Jahre lang nicht funktioniert.“ Die CDU Sachsen, angeführt vom dortigen Regierungschef Michael Kretschmer, fasste einen offiziellen Beschluss, der Masterplan Migration von CSU-Chef Horst Seehofer müsse „zügig beschlossen und umgesetzt“ werden: „Mit dem Erreichten sind wir noch nicht zufrieden.“
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) riet, den Streit eilig zu beenden. Ein solcher Streit mache „auch die Extreme stark“. Der frühere bayerische Kultusminister Hans Maier (CSU) warnte, die Flüchtlingsfrage als möglicher „Scheidungsgrund“ von der CDU sei „grotesk“ und „abenteuerlich“. cd/afp/dpa