München – Die Grünen im Landtag bezweifeln, dass der zweite S-Bahn-Tunnel 2026 betriebsbereit ist. Aufgrund der Umplanung an der unterirdischen Stammstrecken-Haltestelle „Hauptbahnhof/Bahnhofsplatz“ könne sich die Fertigstellung um mindestens vier Jahre verschieben, heißt es in einem Gutachten, das die Grünen in Auftrag gegeben haben. Das wäre Herbst 2030. Je nach möglichen Klagen gegen die Umplanung sei sogar eine Inbetriebnahme erst im Frühjahr 2032 denkbar, erklärte der Gutachter Martin Vieregg. Die Bahn dementierte dies umgehend: Die Inbetriebnahme sei unverändert Ende 2026 geplant, hieß es auf Nachfrage unserer Zeitung.
Vieregg hält vor allem das Brandschutzkonzept für nicht ausreichend. Weil der Bahnsteig um 80 Meter verrückt wird und ein Ausgang entfalle, müssten im Hauptzugangsbauwerk, Nukleus genannt, mehr Rolltreppen als gedacht eingebaut werden. Die Bahn bleibt dazu vage: Fluchtwegkapazitäten würden „angepasst“, Details würden „vorgestellt, wenn diese spruchreif sind“. Der Grünen-Abgeordnete Martin Runge, schon immer Gegner der zweiten Röhre, forderte die Einstellung der Bauarbeiten. dw